Umgangsrecht für Eltern

By Julia Bleser | Allgemein

Dez 09

Die menschenunwürdige Sprache unserer deutschen Justiz

Eltern sind zunächst einmal Menschen, deren Würde ebenso unantastbar sein sollte wie aller Menschen. Dazu zählt auch, dass man sie würdig behandelt und hier wie in allen Verfahren zunächst einmal die Unschuldsvermutung anstellt. 

Dies ist im Tagesgeschäft mancher Rechtsanwälte, Richterinnen und Richter sowie Verfahrensbeistände aber ganz und gar nicht der Fall. 

Im Juristendeutsch werden Umgänge und Umgangsrecht geregelt. Umgang mit dem eigenen Kind, dass man selbst zur Welt gebracht hat? Umgang mit dem eigenen Kind, dass man von der ersten Minute in seinen Armen gehalten und für das man aus echter Liebe gesorgt hat? 

Hinzu kommen die unzähligen Anschuldigungen, die sich wie aus einem Katalog für Kindesentfremdung lesen:

Mütter werden oft wie folgt dargestellt:

– emotional instabil
– psychisch krank (meist sollen sie Borderline haben)
– betreiben seelischen Missbrauch, indem sie ihre Kinder ignorieren und sich nicht um die Belange der Kinder ordnungsgemäß kümmern
– trinken oder nehmen Drogen 

Väter müssen sich oft mit diesen Anschuldigungen auseinandersetzen:

– gewalttätig
– pädophil 
– Alkoholiker 
– vernachlässigen ihre Aufsichtspflicht 

… um nur ein paar Beispiele der gängigen Formulierungen zu nennen, mit denen versucht wird, bei Gericht einem Elternteil das Sorge- oder Aufenthaltsrecht zu entziehen. 
Aber das beantragt nicht irgendwer, sondern ein Elternteil, der dem anderen ganz klar die Elternschaft aberkennen will.

Es muss festgehalten werden, dass diese Behauptungen im Eilverfahren überhaupt nicht untersucht werden und lediglich ein sogenannter Verfahrensbeistand mal ein bis zwei Stündchen Zeit investiert, um sich ein „Bild“ von der Situation zu machen. 

Eilverfahren sind eine Gefahr

Erst wenn bereits innerhalb des Eilverfahrens entschieden wurde, dass das Kind z.B. zunächst einmal den Haushalt wechselt oder dem anderen fernbleiben muss, kommen z.T. Gutachter ins Spiel, die monatelang an ihrer Stellungnahme schreiben. In dieser Zeit ist das Kind lange Zeit vom angeblich gefährlichen Elternteil entfernt und eine Bindung bereits gestört. 

Es kann nicht sein, dass die „besseren“ und schärferen Anwälte die Zuständigen derart beeinflussen können, dass ohne jegliche Beweislage Kinder einem Elternteil entfremdet werden dürfen. 

Und es kann nicht sein, dass fachlich nicht ausreichend ausgebildete Personen am Werk sind (in Jugendämtern und in sogenannten Familienhilfe Institutionen, die übrigens oft als GmbH ihr Geld mit dem Schicksal der Familien im großen Stil verdienen) und über das Leben von Kindern und Eltern entscheiden, ohne Konsequenzen dafür tragen zu müssen, wenn sie wie so oft fehlentschieden haben.

Wen kann man belangen, wenn ein Gericht und die zuständigen Verfahrensbeteiligten aufgrund mangelnder Fachkenntnisse Fehlentscheidungen treffen? Genau! Niemanden. Das Jugendamt hat als „Wächteramt“ keine übergeordnete Instanz, die sein Tun kontrolliert. 

Nirgendwo wird so wenig kontrolliert wie in Familienverfahren. Und keiner nimmt sich auf politischer Ebene der Sache wirklich an.

Genauso wie Schulen in Teilen Deutschlands verkommen und Gelder lieber in chice Bauten investiert werden, kann man im Familienrecht annehmen, dass es den Gesetzgebern nicht wichtig genug ist, hier Veränderungen voranzutreiben. 

Sind Familien, Kinder und Eltern nicht schützenswert genug?

Sind sie es nicht, die dafür Sorge tragen, dass die Gesellschaft Bestand hat? Es ist unsere aller Pflicht Familien und Kindern mehr Aufmerksamkeit und fachkundige Menschen an die Seite zu stellen, die nicht nur ihre eigene finanzielle Bereicherung auf dem Rücken der Betroffenen im Sinn haben! 

Familie ist ein fragiles System. Es sollte beschützt und gestärkt und nicht zerstört werden. 

Beratung für Eltern in Entfremdungssituationen (PAS) oder in akuten Konflikten bzw. Verfahren können sich gerne an mich wenden 

www.juliableser.de

Julia Bleser Bewusstseinscoaching

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