Wie hochwirksam ist Hypnose bei Angsterkrankungen?

Masterarbeit von Julia Bleser
(MSc Klinische Psychologie)

Titel: Wie hochwirksam ist Hypnose bei Angsterkrankungen?

Autorin: Julia Bleser

Hochschule: London Metropolitan University

Fach: MSc Klinische Psychologie

Jahr: 2024

Abstract

Hypnose wurde zwar bereits im Jahr 2006 vom wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie als therapeutisches Verfahren im Sinne der Hypnotherapie anerkannt, doch eine explizite Zulassung der Hypnose als Mono-Therapieverfahren bei bestimmten Störungsbildern ist bislang nicht erfolgt. Dabei belegen empirische Studien, dass sich isoliert angewendete hypnotherapeutische Ansätze bei einer Vielzahl an psychischen Störungen als wirkungsvoll erweisen. Basierend auf der Annahme, dass Hypnose für PatientInnen mit Angststörungen ein hochwirksames Therapieverfahren ist, besteht das Ziel dieser Arbeit deshalb darin, mehr über die Art und Weise dieser hohen Wirksamkeit herauszufinden und die konkreten Vorteile gegenüber anderen Therapieverfahren herauszuarbeiten sowie mehr über die Verringerung der Behandlungsdauer und des Behandlungsumfangs zu erfahren. 

Um diese Fragestellungen zu beantworten, wird eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken MEDLINE über PubMed sowie PSYNDEX durchgeführt. Insgesamt wurden acht Studien eingeschlossen, darunter zwei Fallberichte, wobei ein recht breites Störungsbild besteht: spezifische Phobien (2 x Zahnbehandlungsphobie, 2 x Prüfungsangst, 1 x Gitarre spielen vor anderen Personen), Angststörungen in der Postmenopause, selektiver Mutismus. Die Studien belegen die hohe Wirksamkeit der Hypnose, was dadurch erfolgt, dass die neuronale Aktivität im limbischen System verringert wird und dass sich das Herz-Kreislauf-System beruhigt, weil die im Unterbewusstsein abgespeicherte Angst unmittelbar gelöst wird. Die Angstkonfrontation erfolgt unter Hypnose deutlich einfacher und angenehmer. Dementsprechend besteht ein zentraler Vorteil gegenüber anderen Therapieverfahren darin, dass nicht nur Symptome verringert, sondern diese zum Teil vollständig aufgelöst werden und dass keine unerwünschten Nebenwirkungen auftreten. Hinzu kommt, dass sich PatientInnen mittels Selbsthypnose in einen hypnotischen Zustand bringen und positive Suggestionen einbringen können, sodass TherapeutInnen entlastet werden und die Ressourcen sowie letztlich die Eigenverantwortung der PatientInnen gestärkt werden. Nicht zu vergessen ist die langfristige Wirksamkeit der Hypnotherapie auch mehrere Wochen nach dem Posttest. Daraus lässt sich die Notwendigkeit nach verstärkten Anstrengungen ableiten, um die Anerkennung der Hypnotherapie als Monotherapieverfahren für Angststörungen zu erreichen.

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Abschluss: Master of Science (M.Sc.)
Masterarbeit: Grade A (Excellent, 71 %)
Gesamtabschluss: Master with Merit