Blogbeitrag

Hypnose – Zugang zum Unterbewusstsein

Hypnose und Unterbewusstsein: Warum „Fühlen statt Denken“ der schnellste Zugang ist

Du kannst stundenlang über dein Problem sprechen und trotzdem am gleichen Punkt bleiben. Nicht, weil du dich zu wenig anstrengst, sondern weil dein Verstand dir oft nur das liefert, was er schon kennt: Vergangenes, Erklärungen, Geschichten. Wenn du wirklich verstehen willst, warum sich Muster wiederholen, brauchst du einen direkteren Zugang. Hypnose kann genau das sein: ein natürlicher Bewusstseinszustand, in dem du weniger denkst und ehrlicher wahrnimmst. Julia Bleser bringt es auf eine klare Formel: „Fühlen statt Denken“.

Hypnose ist ein natürlicher Zustand, kein Kontrollverlust

Viele Menschen verbinden Hypnose mit Show-Formaten, Manipulation oder „weg sein“. Das ist einer der Hauptgründe, warum sie den Zugang zum Unterbewusstsein verpassen. In der Episode macht Julia Bleser deutlich: Hypnose ist aus psychologischer Sicht „eine Technik und einen Zustand“, nämlich „als veränderten Bewusststandzustand“.

Was heißt das konkret? Dein System kennt diesen Zustand längst. Du bist ihm im Alltag näher, als du denkst.

  • kurz vor dem Einschlafen oder direkt vor dem Aufwachen
  • bei monotonen Reizen (zum Beispiel Feuer, Wellenbewegungen)
  • auf bekannten Autofahrstrecken, wenn du „wie automatisch“ fährst

 

Julia beschreibt es so: „In Hypnose sind wir häufig, das heißt wir sind häufig in Trance.“ Und sie räumt mit dem größten Mythos auf, der Menschen blockiert: Du verlierst nicht die Kontrolle.

Mindcleanse Bewusstseinscoaching Julia Bleser

„Jeder der in Hypnose gehen möchte verliert auch nicht seine Kontrolle.“ (Julia Bleser, Klinische Psychologin, Bewusstseinsexpertin)

Warum ist das wichtig? Weil echte Veränderung nur funktioniert, wenn du dich einlassen kannst. „Für Hypnose muss man sich sowieso einlassen“, sagt Julia. 

Einlassen heißt hier nicht ausliefern, sondern bewusst mitmachen.

Und ja, es gibt auch ganz praktische Aspekte: „du kannst jederzeit weil du einen freien Willen hast … aus der Hypnose hinaus gehen“. Selbst banale Unterbrechungen holen dich raus: „wenn vergessen wurde das Handy auszuschalten oder es klingelt jemand an der Tür dann ist man sofort raus.“

Der Kernnutzen: Zugang zum Unterbewusstsein, ohne dich in Geschichten zu verlieren

Hier liegt der stärkste Hebel der Folge: Hypnose ist für Julia vor allem ein Weg, schneller an das zu kommen, was wirklich gespeichert ist, statt an das, was du dir logisch zusammenbaust.

Warum? Weil Menschen im Gespräch filtern. Sie lassen weg, dichten dazu, verzerren, verallgemeinern. Julia benennt das sehr konkret: „Wir dichten was hinzu, wir lassen etwas weg … das nennt man zum Beispiel Tilgen.“ Genau deshalb kann reines Reden im Kreis führen.

Hypnose setzt an einem anderen Punkt an: Gefühl statt Erzählung. Julia sagt, es sei „oft hilfreich wenn wir gar nicht so viel sprechen sondern die Menschen mit ihrem Gefühl wieder verbinden“. Denn die entscheidende Frage lautet nicht: Was ist deine beste Erklärung? Sondern: Wie ist es in dir abgespeichert?

Mindcleanse Bewusstseinscoaching Julia Bleser

„Wir möchten Menschen wieder mit ihrem Gefühl verbinden, weil das ehrlicher ist als der Verstand!“ (Julia Bleser, Klinische Psychologin, Bewusstseinsexpertin)​

Das ist keine Abwertung des Verstands. Julia würdigt ihn ausdrücklich: „Ein Verstand ist gut … er kann strukturieren und … sortieren.“ Aber sie setzt eine klare Grenze: „theoretisch denkt ein Verstand immer nur in der Vergangenheit“. Er berät dich aus Erfahrungswerten. Das kann Sicherheit geben, aber es erschwert Neues.

Das Unterbewusstsein dagegen liefert, so Julia, „Impulse … über deine Ressourcen Möglichkeiten Potenziale“. Und genau da wird Hypnose praktisch: „Hypnase ist unsere Möglichkeit Zugang zum Unterbewusstsein zu bekommen.“

Was in einer Sitzung sichtbar werden kann

Julia beschreibt, wie schnell sich in Hypnose grundlegende Prägungen und Muster zeigen können. Schon in der ersten Sitzung könne man herausfinden:

  • „wie sind denn die Prägungen abgespeicher?“
  • „welche Muster sind da entstanden?“
  • wie jemand „seine Lebenswirklichkeit … aber sich selbst“ repräsentiert
  • ob eher positive oder negative Gedanken und Gefühle über sich gespeichert sind
  • wie Kindheit und Beziehungserfahrungen erlebt wurden

 

Und dann kommt der spannende Teil: „was hat der Verstand geantwortet und was hat das Unterbewusstsein dazu zu sagen?“ Julia nennt das „oft zwei verschiedene Paar Schuhe“.

„Aufdeckende Hypnose“ statt schnelle Suggestion: Warum die Ursache zählt

Hypnose wird oft auf Suggestion reduziert. Julia spricht das offen an und macht damit einen wichtigen Unterschied für alle, die nachhaltige Veränderung suchen.

Ja, Suggestion ist möglich. Sie gibt ein drastisches Beispiel: „man kann zum Beispiel sagen die Schokolade schmeckt jetzt nach Kuhschreiße“. Aber sie sagt auch klar: Das macht für sie wenig Sinn, wenn man die Ursache nicht versteht. Denn hinter Verhalten steckt ein Grund. Hinter Angst steckt ein Grund.

Julia unterscheidet zwei Vorgehensweisen:

  1. Zudeckend arbeiten: kurzfristig stabilisieren, „eine Decke drüber legen“. Das kann sinnvoll sein, wenn zum Beispiel „übermorgen eine Rede ansteht“ und Panik hochkommt.
  2. Aufdeckende Hypnose: Ursachen sichtbar machen, damit sich Muster wirklich wandeln.

Ihr eigenes Prinzip ist eindeutig:

Mindcleanse Bewusstseinscoaching Julia Bleser

„Mein Prinzip ist die Aufdeckende Hypnose.“ (Julia Bleser, Klinische Psychologin, Bewusstseinsexpertin)

Und sie formuliert die Fragen, um die es dann geht. Fragen, die viele Menschen quälen, weil sie sich „unlogisch“ verhalten und sich dafür verurteilen:

  • „Warum wiederholst du Handlungen, obwohl sie dir schaden.“
  • „Warum wiederholste Beziehungsmuster? Obwohl sie dir nicht gut tun.“
  • „Warum rennst du zu dem Job der dir wirklich alles andere als Freude macht?“
 

Das Entscheidende: Es geht nicht darum, dich zu optimieren. Es geht darum, zu verstehen und zu wandeln. Julia beschreibt ihren eigenen Antrieb so: „Ich wollte mich nicht weiter optimieren sondern ich wollte verstehen warum etwas so ist in meinem Leben und vor allen Dingen wie kann ich das wandeln dass sich ein anderes Leben führe?“

Wie Hypnose technisch funktioniert: Trance, Hirnwellen und Induktion

Auch wenn Hypnose für Julia etwas sehr Natürliches ist, bleibt sie in der Folge konkret: Der Zustand ist mess- und beobachtbar. „Dein Hirn verändert in dem Moment, wo du in einen Transzustand gehst“, erklärt sie. Es geht um veränderte „Hörnwellenmuster“ (sie beschreibt Beta im Wachzustand und Zustände, die eher meditativ sind).

Spannend ist auch der Hinweis auf Trance-Tiefen. Diese entscheiden mit darüber, was möglich wird, bis hin zum Schmerzempfinden: „diese Trans-tiefen entscheiden auch darüber ob zum Beispiel auch dein Schmerzempfinden ausgeschaltet ist.“ Julia nennt als Beispiel Menschen mit Angst vor Anästhesie: Bei Zahnbehandlungen oder Operationen könne man „durch eine ganz tiefe Hypnose das Schmerzempfinden für eine Zeit lang ausschalten.“

Woran du erkennst, dass jemand in Trance geht

Julia beschreibt typische Anzeichen, die sie online wie offline beobachten kann:

  • Kopf sinkt herunter
  • Sprache wird langsamer
  • stärkerer Schluckreflex
  • Augenflattern oder REM-ähnliche Bewegungsmuster
  • Muskeltonus lässt nach, „wie so Nasserlappen“
Mindcleanse Bewusstseinscoaching Julia Bleser

„Man sieht das und man erkennt es auch wenn jemand in Trance geht.“ (Julia Bleser, Klinische Psychologin, Bewusstseinsexpertin)

Warum „Unterbewusstsein aufräumen“ deine Wahrnehmung verändert

Ein wiederkehrendes Bild der Episode ist das „zugemüllte“ Unterbewusstsein. Julia sagt: „Wenn ich das Untergewusstsein sehr zugemüllt habe dann hab die Wirkung auch drin.“ Und die Folge davon ist aus ihrer Sicht klar: Dinge wiederholen sich. Du agierst „nach der Blaupause im Unterbewusstsein“.

Sie verbindet das mit einem weiteren Ziel: Bewusstsein ausrichten und erweitern. Wenn du „frei“ bist, hast du „viel eher die Möglichkeit unser Bewusstsein auszurichten was wir wirklich wollen.“ Und sie beschreibt Wahrnehmung sehr praktisch: Wer ein „beengtes Bewusstsein“ hat, nimmt vielleicht „drei bis fünf Dinge parallel wahr“. Je „zugestopfter“ das Unterbewusstsein, desto enger der Kanal.

Wichtig: Julia warnt auch vor Abkürzungen über Substanzen. Sie spricht sich dafür aus, Wahrnehmung zu erweitern „nicht durch psychotropesubstanzen und Drogen sondern indem man einfach auch lernt in die Stille zu gehen“.

Was du ab heute anders machen kannst: 5 konkrete Schritte für deinen Zugang zum Unterbewusstsein

  1. Behandle Hypnose als natürlichen Zustand
    Beobachte deine eigenen Trance-Momente im Alltag (Einschlafen, monotone Reize, bekannte Strecken). Das nimmt Angst und macht den Zugang normal.

  2. Trainiere „nach innen richten“ als Fähigkeit
    Julia beschreibt Hypnose auch als Prozess: „Wir zentrieren die Aufmerksamkeit, wir richten sie nach innen.“ Übe das über Wiederholung, zum Beispiel mit ruhigem Atmen und gleichförmigen inneren Bildern.

  3. Stell dir eine bessere Frage als „Warum bin ich so?“
    Nutze Julias Formulierung als Kompass: „Wie ist das eigentlich in dir abgespeichert?“ Das führt weg von Schuld und hin zu Information.

  4. Unterscheide Stabilisierung von echter Veränderung
    Wenn du kurzfristig funktionieren musst, kann „zudeckend“ helfen. Wenn du Muster beenden willst, brauchst du „aufdeckend“, also Ursachenarbeit.

  5. Mach es deinem Nervensystem leicht
    Julia betont den Regenerationseffekt: „Es ist entspannend … fürs Nervensystem … Regeneration pur.“ Plane Hypnose oder Entspannungstrancen so, dass du nicht abrupt rausgerissen wirst (Handy aus, Klingel im Blick).

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